Girokonto überziehen

Dispositionskredit (Dispo)

Wer ein Girokonto eröffnet, erhält normalerweise auch einen Dispositionsrahmen eingeräumt. Der Kontoinhaber kann dann bis zum eingeräumten Limit jederzeit das Girokonto überziehen. Der Dispositionskredit - häufig auch kurz Dispo genannt - ist eine bequeme Finanzierungsmöglichkeit für kurzfristig anfallende Ausgaben. Er kann zum Beispiel für unvorhergesehene Reparaturen, spontane Anschaffungen oder die Überbrückung des Zeitraums bis zum nächsten Zahlungseingang genutzt werden.

Bonität ist Bedingung

Girokonten vergleichen

Voraussetzung für den Dispositionskredit sind normalerweise ein regelmäßiges Einkommen und eine positive Schufa-Auskunft. Ist das gegeben, erfolgt die Dispo-Einräumung in vielen Fällen automatisch. Üblich sind Limits in der Größenordnung von zwei bis drei Monatsgehältern. Damit kann der Dispo durchaus auch für größere Ausgaben eingesetzt werden. Wer keine entsprechende Bonität nachweisen kann, hat dagegen Probleme. Hier kann das Girokonto meist nur auf Guthabenbasis geführt werden. Bei Bankangeboten für bestimmte Zielgruppen, zum Beispiel beim Konto für Jugendliche oder Studenten, ist das oft generell so vorgesehen.

Girokonto überziehen: bequem und teuer

Die Nutzung des Dispos ist einfach und bequem. Um den Rahmen auszuschöpfen, bedarf es keiner besonderen Formalitäten. Auch bezüglich der Kreditrückführung ist der Kontoinhaber völlig flexibel, letztlich besteht erst bei Kontoauflösung Tilgungspflicht. Diese Flexibilität und jederzeitige Verfügbarkeit hat einen Preis. Die Zinsen für den Dispositionskredit sind im Durchschnitt recht hoch. Der Dispo gehört zu den teuersten Kreditformen überhaupt. Nicht selten kommen Zinssätze von deutlich über zehn Prozent vor. Noch teurer wird es, wenn die Bank ausnahmsweise auch Überziehungen über das Limit hinaus zulässt. Dann ist nochmals mit Zinszuschlägen von drei bis vier Prozent zu rechnen.

Auf Dauer nicht geeignet

Um Anschaffungen oder Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu finanzieren, eignet sich die Kontoüberziehung daher nicht. Denn es gibt günstigere Möglichkeiten. Wenn das Konto sich dauerhaft im Soll befindet, ist es immer ratsam, an eine Umschuldung zu denken. Die Alternative besteht in der Aufnahme eines Ratenkredites. Die zu zahlenden Zinsen sind nicht nur deutlich niedriger, mit den monatlichen Raten findet auch eine systematische Tilgung statt. Damit wird verhindert, dass sich Schulden immer mehr auftürmen. Manche Banken bieten als Möglichkeit auch einen sogenannten Abrufkredit. Der stellt eine Kombination aus Dispositions- und Ratenkredit dar und ist in Regel ebenfalls günstiger.

Konditionen vergleichen

Geht es darum ein neues Girokonto zu eröffnen, empfiehlt es sich, nicht nur die Girokonto Gebühren zu vergleichen, sondern auch die Dispozinsen. Denn hier gibt es am Markt eine besonders große Bandbreite. Die Zinsen beim Dispositionskredit sind zwar variabel, werden aber nicht so häufig angepasst. Gerade ein Direktbank Girokonto bietet oft günstigere Überziehungen.

Mehr zum Thema