Pfändungsfreies Konto

Pfändfreies Konto: Schutz vor Gläubigern

Ein pfändungsfreies Konto gibt es in Deutschland seit dem 1. Juli 2010. Häufig wird es kurz auch als P-Konto bezeichnet. Es ermöglicht dem Inhaber in bestimmten Grenzen Kontoverfügungen, selbst wenn eine Pfändung vorliegt. Damit soll eine Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr und eine geregelte Lebensführung auch in finanziell schwieriger Lage ermöglicht werden.

Rechtsanspruch auf ein P-Konto

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Auf ein pfändungssicheres Konto besteht ein Rechtsanspruch. Jeder kann ein bestehendes Girokonto (GK) entsprechend umstellen lassen. Wenn eine Pfändung vorliegt, muss die Bank binnen vier Tagen nach Zugang der entsprechenden Erklärung die Umwandlung in ein P-Konto vornehmen. Die Eröffnung eines P-Kontos kann man dagegen nicht verlangen. Notwendig ist immer die Einrichtung oder das Vorhandensein eines normalen GK, dass dann umgestellt wird. Ebensowenig gibt es eine Verpflichtung für ein gebührenfreies GK. Allerdings dürfen die Banken auch keine Extra-Gebühren für das P-Konto nehmen. Die Kosten hängen vom jeweiligen Preismodell der Bank ab.

Ein pfändfreies Konto kann nur als Einzelkonto geführt werden. Eine Führung als Gemeinschaftskonto ist grundsätzlich nicht möglich. Jeder darf maximal nur ein einziges pfändungsfreies Konto besitzen. Die Erklärung, dass keine weiteren P-Konten bestehen, ist daher essentieller Bestandteil jeder Umwandlung.

Nur auf Guthabenbasis möglich

P-Konten werden ausschließlichauf Guthabenbasis geführt, Überziehungen sind nicht zugelassen. Die Verfügungshöhe wird durch die sogenannte Pfändungsfreigrenze limitiert. Die orientiert sich am üblichen Bedarf für den Lebensunterhalt, aktuell (Stand 1.7.2013) liegt sie bei 1.045,04 Euro. Unterhaltsverpflichtungen werden zusätzlich berücksichtigt.

Bis zur Pfändungsfreigrenze kann der Inhaber wie beim normalen Girokonto verfügen. Daher können auch mit einem P-Konto Daueraufträge, Überweisungen, Lastschriften und Barabhebungen vorgenommen werden. Voraussetzung ist, dass die Pfändungsfreigrenze nicht überschritten wird. Oberhalb der Grenze ist das Konto für Verfügungen gesperrt.

Abwägung zwischen Gläubiger- und Schuldnerschutz

Mit der Einrichtung des P-Kontos hat der Gesetzgeber eine Abwägung zwischen den Interessen von Gläubigern und dem lebensnotwendigen Bedarf von Schuldnern vorgenommen. Die Pfändung stellt aus Gläubigersicht ein Instrument zur Sicherung von Forderungen dar. Mit der Pfändungsfreigrenze wurden die Sicherungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Der Gesetzgeber hat damit der grundlegenden Bedeutung des Girokontos für die allgemeine Lebensführung Rechnung getragen. Auch Schuldnern, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Schulden zu bedienen, sollte damit die Abdeckung ihrer laufenden Zahlungsverpflichtungen ermöglicht werden. Mietzahlungen, Versicherungsbeiträge und Einkäufe des täglichen Bedarfs sollten trotz Pfändung weiter möglich sein. Das P-Konto dient damit dem Schutz und der sozialen Sicherung von Schuldnern. Dies gilt umso mehr, als bei Zahlungsverzug durch eine umfangreichere Kontopfändung sich die Schuldensituation noch weiter verschlimmern würde.

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